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Die Außenstelle Kohren-Sahlis ist ab dem 15.01.2018 bis auf weiteres
montags von 8:00- 12:00 Uhr und 13:00-16:00 Uhr besetzt.
Alle Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, dies bei der Planung ihrer Behördengänge zu berücksichtigen.

Susann Schubinski, Zentralamtsleiterin

 

Bürgerinformation / Gemeindezentren:

Sabine Dietze: 03 43 48 / 805-11

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Liebe Bürgerinnen und Bürger,


die politische Lage in der Welt ist leider in den letzten Jahren nicht viel besser geworden. Europa ist immer noch in einer Findungsphase und in Deutschland hat sich im Jahr 2017 gezeigt, dass die Politik nicht nah genug am Bürger bzw. Volk ist, so wie wir es in den Gemeinden Tag für Tag tun. Dies ist alles sehr unbefriedigend. Ich persönlich hoffe und wünnsche, dass gerade in Berlin aber auch in Dresden der Auftrag und der Wille des Volkes respektiert und auch konstruktiv und zeitnah umgesetzt wird. Geschuldet dem Rückgang der Bevölkerungszahlen und vor allem der verkannten Politik im ländlichen Raum ist es nun leider so weit, die Stadt Kohren-Sahlis geht ab dem 01.01.2018 mit all ihren 13 Ortschaften und 2.500 Bürgerinnen und Bürgern in die Stadt Frohburg über. Ich möchte ihnen versichern, dass dies unsere Stadträte und mich persönlich keineswegs befriedigt, so haben wir doch in den letzten Jahren um die Eigenständigkeit von Kohren-Sahlis gekämpft. Doch leider mussten wir erkennen, dass es ohne finanziellen Rückhalt keinen Gestaltungsspielraum gibt und es keinen Sinn macht eine vernünftige Kommunalpolitik zu betreiben. Ab 2018 ist Wolfgang Hiensch Bürgermeister der erweiterten Stadt Frohburg. Er hat über 20 Jahre Erfahrung als Bürgermeister und wird diese Großgemeinde mit Weitblick und Vernunft führen. Ab Januar 2018 bin ich dann ihr Ortvorsteher und im neuen Ortschaftsrat Kohren-Sahlis für die Belange von Kohren-Sahlis mit den Ortsteilen bis zur nächsten Wahl zuständig. In den Stadtrat Frohburg werden sechs Stadträte und meine Person übergehen. Der Ortschaftsrat Kohren-Sahlis wird aus allen bisherigen Stadträte einschließlich meiner Person bestehen. Die bisherigen Ortschaftsräte aus Altmörbitz, Dolsenhain, Gnandstein und Jahnshain werden ab 2018 als sachkundige Einwohner beratend den Ortschaftsrat Kohren-Sahlis unterstützen. Der Ortschaftsrat wird einmal im Monat in Kohren-Sahlis tagen. Ich werde einmal im Monat dienstags vor der Ortschaftsratssitzung eine Sprechzeit mit 2 Stunden abhalten. Im Rathaus Kohren-Sahlis wird 2018 das Einwohnermeldeamt am Montag weiterhin erreichbar sein, alle anderen Verwaltungsaufgaben bitte ich sie dann in Frohburg zu erledigen.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Ortschaftsräten und Stadträten der vergangenen Jahre ganz herzlich für die gute und konstruktive Zusammenarbeit bedanken. Ein Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung die meine Arbeit im Ehrenamt und die der Stadträte unterstützten. Dank auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Museen, der Bibliothek, der Grundschule und der KITA Einrichtungen sowie im Archiv. Danke an meine Stellvertreter der letzten Jahre Manfred Schott, Karl Heinz Rössler und Gerhardt Häßler. Auch den engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie den Vereinen und den Firmen ein herzliches Dankeschön für ihre Unterstützung unserer Stadt. Auch ein Dankeschön an den Fremdenverkehrsverband der seit über 25 Jahren gemeinsam mit uns die Tourismusstrukturen im Kohrener Land entwickelt hat.

Für mich als letzter Bürgermeister der Stadt Kohren Sahlis ist das einmal mehr ein Grund, eine kleine Rückschau auf das bisher Gewesene zu machen. Wir müssen uns nicht verstecken, denken wir an die beiden belegten Gewerbegebiete und all die Handwerksbetriebe oder an unsere Grundschule, die KITA mit der Krippenerweiterung, und den touristischen Einrichtungen sowie den wunderschön sanierten Häusern, Grundstücken und Bauernhöfen in Kohren-Sahlis und den Ortschaften. All das macht Kohren-Sahlis, denke ich, auch weiterhin liebens- und lebenswert. Nun in den letzten Jahren haben wir trotz der immer schlechteren
Finanzausstattung der Gemeinden unter 5.000 Einwohner im ländlichen Raum Vieles geschaffen. Wir haben erstmalig und außerordentlich vor 5 Jahren 60.000 Euro von den über 3. Millionen ??Schulden der Stadt getilgt und weiter abgebaut. Zur Zeit liegen diese bei 2.8 Millionen. Es wurde unsere Grundschule mit zusammen 700.000,- Euro energetisch saniert und durch den Bau der Hybrid- und PV-Anlage für Energiekosten-einsparungen sowie jährliche Erträge im 5 stelligen Bereich für die nächsten 25 Jahre gesorgt. Dies ist, denke ich gerade für unsere Schule eine große Nachhaltigkeit. Parallel dazu haben wir natürlich auch weiter in die Infrastruktur investiert. Denken wir nur an die Sanierungen im Sanierungsgebiet der Stadt Kohren-Sahlis, die Mauer unterhalb des Hauses der Begegnung oder die komplette Sanierung der Karl-Marx-Straße. Es wurden Straßen saniert in Linda, Eckersberg, Meusdorf und Jahnshain, Dolsenhain, Kohren Sahlis und in Gnandstein der Friedhofsweg. Der Abriss von schon lange baufälligen Gebäuden, zum Beispiel die Scheune in Gnandstein oder das alte Feuerwehrgerätehaus in Dolsenhain, erfolgte. Es gab auch viele kleine Reparatur- und Sanierungsleistungen, die so mancher gar nicht sehen konnte. Viele dieser Maßnahmen wurden auch gemeinsam mit dem AZV Wyhratal zur Zufriedenheit aller durchgeführt. Über die Leaderförderung wurden die Straße in Rüdigsdorf an der Kirche und der Freisitz mit Grillplatz in Gnandstein gebaut, sowie der Spielplatz am Montottone Platz erneuert. Des Weiteren nutzen nun auch viele private Bauleute die Fördermöglichkeiten des Leader - Programmes. Eine wichtige Aufgabe war, ist und bleibt auch weiterhin die Erschließung der Ortsteile mit  Breitbandanbindungen (DSL) durch die Planung der Gemeinde, teilweise Verlegung von Leerrohren durch die Enviatel und die Ausführung der Fa. Drahtlos GmbH. Auch hier meine Kritik an der falschen und zögerlichen Politik des Bundes und der Länder, dies nicht als Bundesaufgabe zu konzipieren und auch umzusetzen. Die Gemeinden hier gerade im ländlichen Raum haben die personelle und finanzielle Deckung auf keinem Fall. Weiterhin wurden auch sehr viele finanzielle Mittel in unsere 3 Museen und die Bibliothek über die Kulturraumförderung des Landkreises investiert, um diese attraktiver für die Bürger und Besucher zu machen. Es ist uns gelungen fast alle Grundstücke in den Gewerbegebieten Pflug und Dolsenhain an unsere dort ansässigen Firmen zu veräußern. Im gesamten Stadtgebiet wurde auch viel Wohnraum neu geschaffen oder saniert. Die Pflege unserer Grünflächen im gesamten Gemeindegebiet und der Winterdienst mit der Firma „Kohrener Landpflege GmbH“ laufen trotz geringer finanzieller Mittel bisher auch sehr gut. Wir mussten aber auch schmerzliche Entscheidungen treffen die nicht sehr bürgerfreundlich waren. Durch die immer geringe Finanzausstattung der Gemeinden unter 5.000 EW im ländlichen Raum waren wir gezwungen über die angeordnete Haushaltskonsolidierung des Landratsamtes die Steuern A, B sowie die Gewerbesteuern anzuheben. Dies war nicht für alle Bürger nachvollziehbar. Einige der wesentlichen Kostenfaktoren den unsere Bürger so nicht sehen, sind einmal die von 2008 bis heute um 180 % gestiegenen Kosten der Kindereinrichtungen die unsere Gemeinde und die Eltern selbst tragen müssen, sowie die gesetzlich vorgeschriebene Umstellung der städtischen Haushaltführung (Kameralistik) auf die sogenannte DOPPIK (ähnlich einer Bilanzierung) im Jahr 2013. Dies wurde im 6 stelligen Bereich komplett aus den finanziellen Mittel der Stadt ohne  Fördermöglich-keiten zusätzlich geleistet. Die steigenden Stromkosten wirken sich vor allem auch auf die 550 Straßenlampen im gesamten Gemeindegebiet aus. Und so sind es viel kleine und größer Kostensteigerungen die den rückläufigen Schlüsselzuweisungen gegenüberstehen. Ein wunder Punkt in Kohren ist und bleiben unsere Feuerwehren in Kohren-Sahlis und Jahnshain. Diese haben seit vielen Jahren immer nur gebrauchte Technik bekommen. Hier stehen nun alte Oldtimerfahrzeuge die kaum noch einsetzt bar sind. Dies ist eine der größten Herausforderungen für uns, da wir bis Mitte 2012 nach der alten Förderrichtlinie unsere Eigenmittel von 90.000 Euro zusammen hatten, wurde uns aber am Jahresende mitgeteilt, dass die Förderrichtlinie im März 2012 von einer prozentualen (75%) Förderung auf eine Festbetragsförderung (165.000 EURO) von Freistaat geändert wurde und wir plötzlich über 200.000 Euro Eigenmittel auf zubringen hatten. Gerade hier hoffen wir nun durch die Eingliederung in die Stadt Frohburg und dem gemeinsamen Brandschutzbedarfsplan, dass das notwendige Tanklöschfahrzeug in den nächsten beiden Jahren für Kohren-Sahlis angeschafft wird. Aber auch die Feuerwehr Jahnshain hat seit Jahren große Probleme mit dem Erhalt des Feuerwehrgebäudes und der Technik vor Ort. Wir haben über das Programm des Freistaates „Brücken in die Zukunft“ Investitionen für die Feuerwehren wie die geforderten Feuerwehrspinde, die Erneuerung Absauganlage im Gerätehaus Kohren-Sahlis und die Sanierung der Gerätehäuser beantragt und bewilligt bekommen, so dass wir diese teilweise auch schon durch Beschlüsse realisieren können. Des Weiteren werden wir über dieses  Förder-programm das Haus der Begegnung sanieren, sowie weiter in die Grundschule investieren. Die Fertigstellung des Gehweges, eine Gemeinschaftsaufgabe des Landkreises und der Stadt Kohren-Sahlis in der Frohburger Straße können wir in 2017 zum größten Teil abschließen. In Kohren-Sahlis mussten erfreulicherweise 2011 zusätzliche Krippenplätze geschaffen werden. Somit wurde die Kindertageseinrichtung 2011 -2012 für 390.000 Euro mit einem Systembau um 18 Kinderkrippenplätze erweitert. Freuen konnten wir uns, dass zeitgleich eine sehr schöne Kindertagespflegestelle mit einem „Tages-Papa“ in Terpitz weitere 5 Krippenplätze anbieten konnte bzw. kann. Der Bau der Schulstraße wird nun ab 2018 / 2019 mit dem Landkreis gemeinsam in Angriff genommen. Auch eine Vision die wir als Idee in Leader-Förderung gemeldet haben, kommt in realisierbare Nähe. Die geplante „Aussichtsplattform auf dem Westturm“ der beiden Kohrener Türme hat zumindest schon einmal eine Planung, die von einer Kohrener Firma der Stadt gesponsert wurde. Für uns alle war das zweifache Hochwasser im Juli 2013 ein großer Schock. Hier wurden die Infrastruktur der Gemeinde, Firmen und Privatpersonen in hohem Maße geschädigt. Die schnelle Solidarität aller Bürger und der Feuerwehren bestätigte uns, gemeinsam könne wir uns in der Not mit wenig Bürokratie erst einmal helfen. Dafür ein großes Danke an alle Bürger, Firmen und Institutionen die vor Ort oder mit Spenden uns bei der Bewältigung geholfen haben.

Ein weiterer Dank gilt auch dem Landratsamt, dem Bund und dem Freistaat Sachsen die uns hierfür schnelle finanzielle Hilfen zu gesagt haben. Für uns als Stadtverwaltung bedeutete dies nun den Wiederaufbau für Schäden in Höhe von über 1.4 Mill. Euro in den nächsten Jahren zu bewältigen. Auch hier müssen wir mit einer sehr dünnen Finanzdecke auskommen. Denn erst wird geplant, gebaut, abgerechnet und dann können wir die finanziellen Mittel beantragen. Im Jahr 2017 nun ist dies zu 99% vollendet. Nicht alles wird auch hier zu 100 % über die Förderung finanzierbar sein. Nun schauen wir seit über 10 Jahren mit Hoffnung auf den schnellen Bau des Rückhaltebeckens in Terpitz, um die Stadt vor neuen Flutwellen aus Richtung Terpitz zu schützen, doch auch hier ärgert mich der Verwaltungswahnsinn und die Uneinsichtigkeiten einzelner Behörden die bis heute immer neue Hemmnisse (Tiere) finden um diesen Bau zu behindern. Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Weihnacht und einen guten Start ins neue Jahr, vor allem aber Gesundheit!

Ich danke Ihnen allen und verbleibe mit herzlichen Grüßen ihr Bürgermeister Siegmund Mohaupt



Schlusserklärung des letzten Stadtrates der Stadt Kohren-Sahlis angesichts der bevorstehenden Eingemeindung in die Stadt Frohburg

Eingedenk unserer Verantwortung als gewählte Stadträte unserer Stadt Kohren-Sahlis und aller ihrer Ortsteile und unter dem Wissen um die über eintausendjährige Geschichte unseres Ortes und des seit 564 Jahren währenden Stadtrechts von Kohren erklären wir allen Zeitzeugen und denen die nach uns kommen, dass wir nach reiflicher Überlegung ausschließlich zum Wohle unserer Einwohner die Entscheidung getroffen haben, ab dem Jahre 2018 der Stadt Frohburg beizutreten. Nicht unser Unvermögen hat uns in diese Lage geführt, sondern die rasante Entwicklung der auf die Städte und Gemeinden übertragenen Aufgaben mit all der dafür notwendigen Ausstattung und Technik einhergehend mit den an großen Strukturen orientierten Geldzuweisungen des Freistaates Sachsen ließen eine langfristige Zukunft unserer kleinen Stadt und ihrer Dörfer als Verwaltungseinheit nicht mehr zu, ohne eine unverhältnismäßig hohe Steuerbelastung unserer Einwohner und Gewerbetreibenden. Wir übergeben eine Stadt mit ihren dreizehn Dörfern, die trotz des seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990 starken Bevölkerungsverlustes, der großen Fläche mit all den zu unterhaltenden Straßen und Wegen und der immer knapperen Haushaltslage weithin bekannt ist, als das touristisch hoch geschätzte „Kohrener Land“ mit seiner Töpfertradition, seinen Burgen und Kirchen, den Bauern- und Rittergütern und vielen historischen Stätten, wie Schwindpavillon und Töpfermuseum. Wir übergeben eine familienfreundliche Stadt mit modernem Kindergarten und renovierter Grundschule in sicherem und natürlichem Wohnumfeld. Wir übergeben eine Stadt mit ausgelasteten Gewerbegebieten, zahlreichen Gewerbebetrieben, Gewerken und Landwirtschaftsbetrieben. Nach langer, eingehender Prüfung und in tiefer Hoffnung auf eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft zum Wohle aller unserer Bürger vertrauen wir uns nun den Geschicken der Stadt Frohburg, ihrer kommenden Stadträte und Bürgermeister an und bitten die kommenden Generationen um Verständnis für diese uns nicht leicht gefallene Entscheidung.

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Kohren-Sahlis | Markt 14 | 04654 Frohburg | Telefon 03 43 44/810- 0 | Telefax 03 43 44/810- 22